Was tun die Skigebiete?
Die Alpen sind eine der am stärksten vom Klimawandel betroffenen Regionen überhaupt. In diesem hochsensiblen Ökosystem machen sich die Folgen der steigenden Temperaturen besonders bemerkbar. In manchen Gebieten, die vor 10 Jahren noch als schneesicher galten, gibt es jetzt keine Garantie mehr dafür. Deshalb ist klar: Auch die Skigebiete müssen sich an die veränderten Bedingungen anpassen und ihren Beitrag zur Lösung des Problems beisteuern. Hier stellen wir dir 2 unserer Skigebiete vor, die man als Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit bezeichnen kann.
Klimaprojekt "Davos 2030"
Bis 2030 will Davos der erste klimaneutrale Ferienort der Schweiz werden! Erst kürzlich wurden die Grundlagen und der "myclimate Klimafonds Davos" gesetzt. Dieser Fond ermöglicht nicht nur touristischen Leistungsträgern mitzumachen, sondern auch indirekten Leistungsträgern wie Handel und Gewerbe.
Besonders die Davos Klosters Bergbahnen AG setzt sich für Nachhaltigkeit und Klimaschutz ein. Dies geschieht im Rahmen von verschiedenen Projekten im ganzen Gebiet und soll ein gutes Beispiel setzen, wie man mit Verantwortung und Umweltbewusstsein vorausgehen kann. In den letzten Jahren konnte die AG schon sehr viel im Schweizer Tourismus umsetzen. Diese Projekte haben wir einmal für euch aufgelistet.
Umgesetzte Projekte für mehr Nachhaltigkeit in Davos Klosters
- Weniger Heizöl auf den Bergen: Rückbau von Ölheizungen
- Flachmoor Gämpi Davos erhalten für mehr Artenvielfalt auf dem Jakobshorn
- Trockenwiesen in Davos Klosters erhalten und damit Biodiversität fördern
- Lebensraum für die bedrohte Tierart Auerwild erhalten
- MIt dem Ausbau der Wasserkraftwerke am Jakobshorn nachhaltigen Strom für die Bevölkerung produzieren
- Solarenergie auf dem Weissfluhjoch Davos
- Solarenergie an der Pischastrasse
- CO2-freie Unterkunft Hotel Ochsen 2
- Neue Heizungszentrale National und Joseph's House
Quelle: Davos Klosters
Solarenergie Weissfluhjoch
Mit als erste hat das Institut für Schnee und Lawinenforschung vor 20 Jahren die Photovoltaikanlage auf dem Weissfluhjoch angebracht. Die damals noch unsichere Investition hat sich gelohnt. Seit 19 Jahren wird auf sehr effizienten Wege Strom produziert, ohne schädliches CO₂ auszustoßen. Durch die Lage und die Wetterbedingungen liefert die Solaranlage noch mindestens 15 bis 20 weitere Jahre Strom auf voller Power und beweist sich damit als extrem nachhaltige und langlebige Option, umweltfreundlich Strom zu produzieren. Mit der Übernahme der Anlage von den Bergbahnen in 2019 sind weitere Pläne zum Ausbau der Solarenergie in Davos in Planung oder sogar bereits umgesetzt worden.
Lenzerheide
In der Lenzerheide ist das Thema Nachhaltigkeit fest verankert und so wurden bereits viele Meilensteine erfolgreich umgesetzt:
Stromversorgung kommt zu 100 % aus erneuerbare Energien, zusätzlich wird das Stromnetz durch Photovoltaik Anlagen gespeist.
Modernes Gebäudeleitsystem zur Reduzierung des Energieverbrauches durch effiziente Steuerungen.
Schneehöhen Management bringt eine ressourcensparende Beschneiung dank GPS gesteuertem Schneehöhen Management.
Photovoltaik Anlagen an 2 Sesselbahnen welche genug Strom produzieren, um 16 Einfamilienhäuser zu versorgen.
Automatische Geschwindigkeitsregelung der Sesselbahnen, angepasst je nach Besucheraufkommen.
ÖV-Ticket inklusive, bei Erwerb des Skipass zur Nutzung des Postautos und der Rhätischen Bahn.
E-Tankstellen verteilt im Ort.
Saalbach Hinterglemm
Mit Transparenz, Selbstkritik und Authentizität möchte sich das Gebiet Saalbach-Hinterglemm der Nachhaltigkeit näher kommen, mit dem Ziel der Klimaneutralität. Deshalb findet man auch hier viele aktive Maßnahmen und Veränderungen.
Mobilität wird hier großgeschrieben. Im Sommer ist bereits der gesamte öffentliche Nahverkehr kostenlos, genau wie im Winter der Skibus, sofern ein Skipass vorhanden ist. Dazu kommen zu jeder Jahreszeit nutzbare Rad und Wanderwege. Ein Ausbau der E-Tankstellen wird auch aktiv umgesetzt.
Erneuerbare Energien in Form von Erd- & Luftwärmepumpen werden zum Heizen von Liftstationen und Garagen genutzt. Dazu kommen noch Photovoltaikanlagen auf den Bergbahnen, welche sich momentan aktiv im Ausbau befinden. Zur Saisonbeginn 2023/24 wird an der Talstation des neuen 8er Sessellift Limberg die größte Photovoltaikanlage des Skigebietes in Betrieb genommen. Außerdem sollen neue Windturbinen in Zukunft dafür sorgen, dass der Großteil der Energie, die für den Betrieb der Bahn benötigt wird, selbst produziert wird.
Infrastruktur am Berg zeichnet sich durch spezielle Schneemessgeräte zu optimalen Beschneiung und möglichst geringe Eingriffe in die Natur aus.
Beschneiungsanlagen stehen nicht nur wegen der Messgeräte im Vordergrund. Es werden außerdem keinerlei Chemikalien für den Kunstschnee genutzt, da sich dieser aus natürlichen Quell-, Regen- und Schmelzwasser zusammensetzt. Durch Nutzung des Wasserkreislaufs wird zudem kein Wasser verschwendet.
Saalbach-Hinterglemm versucht zusätzlich aktiv durch "green Events", Nachhaltige Mitarbeiterkleidung und emissionsfreie Luftreinigung durch Photokatalyse in Gebäuden sichtbare Statements zu setzten und Aufmerksamkeit auf die Thematik zu lenken. Weitere Punkte sind auf der Website von Saalbach-Hinterglemm
Montafon
Als Paradebeispiel für ein nachhaltiges Skigebiet kann man das Montafon nennen. 2018 wurde die Golm Silvretta Lünersee Tourismus GmbH, wozu Skigebiet gehört, zur ersten klimaneutralen Tourismusdestination Österreichs ernannt. Einige Beispiele, weshalb Montafon so besonders ist haben wir hier für euch rausgesucht.
CO2 neutrale Stromversorgung durch100 % C02 neutrale Wasserkraft aus Voralberg.
Elektrifizierte Mobilität durch Ausbau des Angebots an Ladestationen für E-Auto.
Effiziente Beschneiung durch exakte GPS-Systeme wird der Bedarf berechnet und so effizient wie möglich beschneit.
Photovoltaik Lifte seit 2018.
Gastronomie wird Umweltbewusster durch den bewussten Verzicht auf Plastik, Nutzung regionaler Produkte und Biologisch abbaubarer Putzmittel.
Zukunftswünsche
Wie du siehst, bestehen unzählige Möglichkeiten, den Wintersport nachhaltiger zu gestalten und so die Umwelt zu schonen. Die Skigebiete gehen mit bestem Beispiel voran und wir hoffen, dass sich mehrere Skigebiete anschließen werden, sodass wir noch lange unvergessliche Powdertage erleben können. So werden wir als E&P Reisen auch unseren Einfluss nutzen und unser Bestes dafür geben, die von uns bereisten Skigebiete dazu zu bewegen, aktiver gegen den Klimawandel vorzugehen.